Einrichten & Dekorieren

Jugendzimmer einrichten ohne Spannungen | Was Mädchen wirklich wollen

Unser Kind war ein herzallerliebstes, knuffiges, kleines Mädchen. Sie hatte Phasen: Die Filly-Phase; Fillys sind quietschbunte kleine Plastikeinhörner zum Sammeln. Das Surfergirl, das damals noch keines war, kannte alle Namen der Fillys und deren familiäre Beziehungen untereinander auswendig. Dann gab es die Prinzessin-Lilifee-Phase; Surfergirl hatte das Kostüm, die CD und war sogar auf einem Lilifee-Konzert! Die Rapunzel-neu-verföhnt-Phase. Und am Schluss noch kurz die Eiskönigin-Phase. Das alles hielt eine große Klammer aus ROSA zusammen. Als wir in ihrem 12. Lebensjahr umzogen, musste ich sogar ihr Zimmer noch einmal rosa streichen, so wie ihr voriges Zimmer auch gewesen war. Sie war sich sicher, es wäre für immer. Aber kurz darauf schwangen wir schon wieder die Farbrolle, diesmal in weiß. Ehrlich gesagt war ich ganz froh, als die rosa Phase vorbei war. (Ich hasse rosa nicht und sie auch nicht! Wer mir auf Pinterest folgt, weiß, dass ich sogar eine Pinnwand namens Pink Love habe – rosa sollte eben nur nicht mit rosa kombiniert werden …)

Dann waren die Wände also weiß. Vom Kinderzimmer zum Jugendzimmer gab es aber noch einige Wünsche umzusetzen. An allererster Stelle stand ein großes Bett. Surfergirl behauptete, die 90 Zentimeter Breite seien viel zu klein. Ich wollte das nicht so recht glauben. Schließlich haben auch der, den ich liebe, und ich nur jeweils 90 Zentimeter Matratze zur Verfügung. Und außerdem wäre ihr Zimmer dann zur Hälfte mit Bett gefüllt. Aber ich irrte mich. Teenager können seeehr überzeugende Argumente haben und inzwischen sehe ich völlig ein, dass sie recht hatte!

  1. Teenager verbringen wahnsinnig viel Zeit im Bett. Sie schlafen am Wochenende bis 15 Uhr. Da lohnt sich ein großes.
  2. Man hat endlich Platz für seine Kleider. Früher ist der riesige Haufen Klamotten manchmal mitsamt Stuhl umgekippt. Das kann jetzt auf dem Bett mehr passieren.
  3. Mit dem ganzen Platz kann man noch mehr Tätigkeiten ins Bett verlagern. Telefonieren, Netflix schauen, Gitarre spielen, essen. Sogar gleichzeitig.

Ihr seht schon: Sie hat ihr Bett bekommen …

Jugendzimmer einrichten Mädchen fertiges Zimmer

Was haben wir gemacht? Das rosafarbene Lammfell und die Kissen durften bleiben, aber in Kombination mit gelb und braun wirkt es nicht mehr so mädchenhaft. Die Wände und Vorhänge wurden weiß.

Der Schreibtisch hat einen guten Platz: Sie hat beim Lernen eine Wand im Rücken, die Tür und den Raum im Blick, das Fenster ist links von ihr. Wir haben außerdem wahnsinnig viel ausgemistet. Spielsachen, kindliche Deko und Kinderbücher haben wir verschenkt oder auf dem Flohmarkt verkauft.

„Richtige“ Bilder verschwanden von den Wänden. Stattdessen gibt es jetzt eine Fotocollage mit Bildern ihrer Reisen, die sich immer mehr ausbreitet. Vielleicht irgendwann bis über die Decke, wer weiß? Auf einer Bilderleiste über dem Bett ist noch mehr Platz für wertvolle Reiseandenken. Amerikanisches Bier, ein Baseball, die Freiheitsstatue, ein Interview, das sie mal mit Wincent Weiss geführt hat, Wachs für´s Surfbrett …

Und meine Erinnerungen? Die sind alle in Fotoalben auf Video festgehalten. Manchmal werde ich sentimental, schaue ich mir bei einem Glas Prosecco alte Kinderviedeos an und weine ein bisschen, weil es damals so schön war. Und dann kommt Surfergirl mit einem Taschentuch und tröstet mich.

Was Surfergirl über das Glück denkt, lest ihr in meiner Kolumne „Laut gedacht“.

Noch mehr wertvolle Tipps, wie es zu Hause so richtig schön wird, findet ihr auf meinem Beitrag EINRICHTUNGSTIPPS: 7 DINGE, DIE DU VON „STAY HERE“ LERNEN KANNST

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