Jugendzimmer einrichten ohne Spannungen | Was Mädchen wirklich wollen

Wenn aus Kindern Teenager werden, verändern sich auch die Ansprüche ans Kinderzimmer. Erst fliegen die Spielsachen nach und nach raus, dann wird umgeräumt und umdekoriert. Kommt dir bekannt vor? Als es bei uns so weit war, wollte ich beim Jugendzimmer einrichten unbedingt mitmachen – aber ohne Spannungen. Der Trick: Gut zuhören.

Früher war unser Kind ein knuffiges, kleines Mädchen, das die Farbe Rosa über alles liebte: Sie hatte die Filly-Phase (Fillys sind kleine bunte Plastikeinhörner zum Sammeln). Sie kannte alle Namen der Fillys und deren familiäre Beziehungen untereinander auswendig. Dann kam die Prinzessin-Lilifee-Phase; Surfergirl, das damals noch gar kein Surfergirl war, hatte das Kostüm, die CD und war sogar auf einem Lilifee-Musical! Dann kam die Rapunzel-neu-verföhnt-Phase. Und kurz vor dem Teenageralter noch kurz die Eiskönigin-Phase. Das alles wurde von einer große Klammer aus ROSA zusammengehalten. Als wir in ihrem 12. Lebensjahr nach Tuttligen gezogen sind, musste ich sogar ihr Zimmer wieder rosa streichen, so wie ihr voriges Zimmer auch gewesen war. Die Zwölfjährige war sich sicher, es wäre für immer. Aber über Nacht wurde sie zum Teenager und das rosa war plätzlich sowas von out. Die Farbe war noch nicht ganz getrocknet und wir schwangen schon wieder die Farbrolle, diesmal in weiß. Kein Grund zu schimpfen, wie ich finde – sie konnte vorher ja nicht wissen, welchen Stil sie als Teenager haben würde. Ehrlich gesagt war ich auch ein bisschen froh, als die rosa Phase vorbei war.

Der allerwichtigste Wunsch: Ein großes Bett

Dann waren die Wände also weiß. Vom Kinderzimmer zum Jugendzimmer gab es aber noch einige Wünsche umzusetzen. An allererster Stelle stand ein großes Bett. Surfergirl behauptete, 90 Zentimeter seien viel zu klein. Ich wollte das nicht so recht glauben. Schließlich ist Surfergirl immer noch so klein, dass sie locker in ein Einzelbett passt, und außerdem wäre ihr kleines Zimmer dann zur Hälfte mit Bett vollgestellt. Aber ich irrte mich. Teenager können seeeeehr überzeugende Argumente haben. Ich musste einsehen, dass sie recht hatte:

  1. Teenager verbringen wahnsinnig viel Zeit im Bett. Sie schlafen am Wochenende bis 15 Uhr. Da lohnt sich ein großes Bett.
  2. Man hat endlich Platz für seine Kleider. Früher ist der riesige Haufen Klamotten manchmal mitsamt Stuhl umgekippt. Das kann jetzt nicht mehr passieren, jetzt stapelt sich alles auf dem Bett.
  3. Die meisten Tätigkeiten verlagern Teenager sowieso ins Bett. Telefonieren, Netflix schauen, Gitarre spielen, essen. Sogar gleichzeitig.

Du siehtst: Sie hat ihr Bett bekommen und es war Frieden.

Jugendzimmer einrichten Mädchen fertiges Zimmer

Die Deko haben wir ein wenig geändert: Das rosafarbene Lammfell und die Kissen durften bleiben, wir haben sie aber mit gelb und braun kombiniert. So wirkt rosa nicht mehr so mädchenhaft. Die Vorhänge wurden genau wie die Wandfarbe in weiße getauscht.

Der Schreibtisch hat einen guten Platz: Sie hat beim Lernen eine Wand im Rücken, die Tür und den Raum im Blick, das Fenster ist links von ihr.

Wir haben außerdem wahnsinnig viel ausgemistet. Spielsachen, kindliche Deko und Kinderbücher haben wir verschenkt oder auf dem Flohmarkt verkauft.

„Richtige“ Bilder verschwanden von den Wänden. Stattdessen gibt es jetzt eine Fotocollage mit Bildern ihrer Freunde und von Reisen. Die Collage kann sie selbst erweitern. Auf einer Bilderleiste über dem Bett ist noch mehr Platz für ihre Reiseandenken: Amerikanisches Bier, ein Baseball, die Freiheitsstatue, ein Interview, das sie mal mit Wincent Weiss geführt hat, Wachs für´s Surfbrett …

Und meine Erinnerungen? Die sind alle in Fotoalben auf Video festgehalten. Manchmal werde ich sentimental, schaue mir bei einem Glas Prosecco alte Kinderviedeos an und weine ein bisschen, weil es damals so schön war. Und dann kommt Surfergirl mit einem Taschentuch und tröstet mich. Sie ist ja jetzt groß.

Was Surfergirl über das Glück denkt, kannst du in der Kolumne „Laut gedacht“ nachlesen.

Und hier kannst du sehen, wie wir das zweite Jugendzimmer von Surfergirl eingerichtet haben – ja genau. Nochmal und total anders …

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