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Möbel aus Beton | Kultwerkstoff mit Purismus-Appeal

Interview mit den Machern von younikate

Made in Germany! Aus der beschaulichen Stadt Hildesheim in Niedersachsen kommt ein richtig starkes Produkt: Möbel und Lampen aus Beton. Der Industriedesigner Paul Kruse und der Holzingenieur Stefan Ehlers sind die Gründer von younikate. Hier erklären sie ihre Liebe zu dem schweren Material, das sie zu erstaunlich leichten Produkten verarbeiten.

Wie seid ihr auf Beton gekommen?

Paul: Ursprünglich hatten wir vor, Kreativsets zu verkaufen, im Sinne von MyBoshi. Wir haben überlegt, welches Material Laien mit DIY-Projekten selbst verarbeiten können und sind dabei auf Beton gestoßen.

Stefan: Aber je mehr wir über das Produkt gelernt haben, haben wir gesehen, dass DIY vielleicht mit Stricknadeln und Wolle funktioniert. Aber mit Beton ist es etwas komplexer und erfordert Know-How. Das bekommt man zu Hause nicht wirklich hin.

Warum seid ihr dann trotzdem bei Beton geblieben?

Stefan: Weil es so ein faszinierendes Material ist. Wenn ich es verarbeite, habe ich es mit einer gießfähigen Flüssigkeit zu tun. 24 Stunden später habe ich es mit einem Stein zu tun, mit einem festen Körper.

Paul: Die vielfältige Anwendung ist toll. Man kann Beton in nahezu jede Form bringen, wenn man gewisse Regeln beim Formenbau beachtet.

Euren Kubus Kato finde ich richtig toll, weil er so vielseitig ist. Er kann ein Hocker sein, ein Beistelltisch oder auch ein Regalmodul. Das hält doch auch gestapelt, oder?

Stefan: Klar, das hält. Den gibt es als Beistelltisch auch mit einer eingelassen Glasplatte oder als Hocker mit Holz.

Was stellt ihr sonst noch aus Beton her?

Paul: Unsere Serienprodukte sind ein Tisch in zwei Größen, Leuchten, entweder naturbelassen oder innen mit Messing angelegt und unsere Bowls. Wir haben drei Farben und drei Beton-Farbtöne. Wir können aber auch Arbeitsplatten und größere Tische herstellen und machen Ladenkonzepte.

Wo sind eure Produktionsstätten?

Stefan: Wir machen alles selbst und es wird alles in Deutschland produziert. Die Planung, Konzeption, Entwicklung, Produktion und Vermarktung laufen von Hildesheim aus.

Stefan: Parallel dazu haben wir festgestellt, dass Beton einen neuen Hype erlebt. Das erste mal war das in den 60ern, wo dann auf jeden Platz in Deutschland ein Springbrunnen war, der aus Beton gegossen war. Dieser grobe Beton, dieser Brutalismus letztendlich, wie das Rathaus in Offenbach.

Grob war aber gestern. Diese Tischplatte fühlt sich an wie eine fein geschliffene und polierte Steinplatte. Habt ihr den Beton stark bearbeitet, damit er so glatt wird?

Stefan: Das ist er tatsächlich nicht. Es ist ein besonderes Verfahren, der Beton kommt so, wie du ihn hier siehst, aus der Verschalung. Wir haben ein eigenes Betonlabor in Hildesheim und haben da empirisch sehr viel ausprobiert und entwickelt. Wir wissen heute, wie wir unseren Beton steuern können.

Ihr seid ja richtige Tüftler!

Paul: Wir sind Techniker! Ich bin Industriedesigner und würde sagen, überdurchschnittlich technisch begabt, ich hätte also auch was technisches studieren können. Stefan ist Tischler und Holzingenieur, hätte aber auch Produktdesigner werden können. Darum haben wir eine extrem gute Kommunikation.

Stefan: Wir müssen einander nichts 100 mal erklären und dann hoffen, dass er es verstanden hat. Ich kann mir sicher sein, dass Paul nachvollzogen hat, was ich ihm gesagt habe, und andersrum gilt das halt genauso.

Paul: Das stimmt. Stefan ist die einzige Person, mit der ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen konnte.

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