Im Vintage-Stil geschmückter Weihnachtsbaum

Weihnachtlich dekorieren ohne Kitsch: 7 Regeln für eine Deko mit Stil

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Weihnachten ist die einzige Jahreszeit, für die ich dekoriere. Herbst, Halloween und sogar Ostern lasse ich komplett aus. Für Weihnachten aber stehen ein, zwei Kartons im Keller, und sobald der Advent naht, sehne ich mich nach warmem Licht, Tannenduft und ein bisschen Glanz.

Das Tückische: Keine Jahreszeit hat so viele Kitsch-Fallen. Blinkende Lichterketten, Rentiere aus Plastik, Kissen mit „Merry Christmas“-Schriftzug – ein paar davon, und dein Wohnzimmer sieht aus wie der Gang im Baumarkt Ende November.

Die gute Nachricht: Weihnachtsdeko ohne Kitsch ist kein Hexenwerk. Sie folgt ein paar einfachen Regeln. Hier sind meine – und wie ich sie bei mir zu Hause umgesetzt habe.

Was Weihnachtsdeko eigentlich kitschig macht

Kitsch entsteht selten durch ein einzelnes Stück. Er entsteht durch das Zuviel: zu viele Farben, zu viele Motive, zu viel Plastik, zu viel Glitzer. Und durch Deko, die laut erklärt, was sie ist – Schriftzüge, Comic-Elche, Weihnachtsmänner, die an der Fassade hochklettern. Schöne Weihnachtsdeko macht es umgekehrt: Sie flüstert.

Grafik: Weihnachtlich dekorieren ohne Kitsch – sieben Regeln für eine Deko mit Stil

Regel 1: Drei Farben, mehr nicht

Bei mir sind es Tannengrün, Gold und Weiß. Das ist meine Lieblingskombination, weil sie edel wirkt und zu fast jeder Einrichtung passt. Genauso schön sind Grün, Rot und Natur, Grün, Silber und Weiß oder Grün, Messing und ein tiefes Bordeaux.

Wichtig: Die Farben deiner Einrichtung zählen mit. Steht bei dir ein petrolfarbenes Sofa, muss die Deko nicht auch noch Rot, Gold und Lila mitbringen. Such dir lieber eine Weihnachtsfarbe aus, die zu dem passt, was schon da ist.

Regel 2: Echtes Material statt Plastik

Tannengrün, Holz, Glas, Messing, Leinen, Wolle, Papier, Bienenwachs: Natürliche Materialien sehen fast nie kitschig aus. Plastik dagegen fast immer – vor allem, wenn es so tut, als wäre es etwas anderes.

Eine Ausnahme mache ich selbst: meine künstliche Tannengirlande im Flur (dazu gleich mehr). Mein Test für Künstliches: Sieht es aus zwei Metern Entfernung echt aus? Dann darf es bleiben. Leuchtet das Plastik schon von der Tür aus, kommt es nicht ins Haus.

Regel 3: Warmes Licht – und zwar viel davon

Licht macht die halbe Weihnachtsstimmung. Aber nur das richtige. Kauf Lichterketten in Warmweiß (etwa 2.200 bis 2.700 Kelvin, steht auf der Verpackung) und verzichte auf bunte Lämpchen und Blinkprogramme. Die Kabel versteckst du am besten im Grün. Praktisch: Viele Lichterketten haben einen Timer, dann musst du nicht jeden Abend hinter die Kommode kriechen.

Dazu Kerzen: lieber schlichte Stabkerzen in einer Farbe als bunte Duftkerzen. Stell Kerzenleuchter in unterschiedlicher Höhe zusammen, das wirkt lebendig, ohne unruhig zu sein. Und dann: Deckenlicht aus. Bahnhofshallen-Licht ist an Weihnachten noch ungemütlicher als sonst.

Regel 4: Wenige Stellen, dafür richtig

Statt in jedem Raum ein bisschen Weihnachten zu verstreuen, such dir drei Stellen aus und dekorier sie üppig. Ein großer Kranz wirkt mehr als zehn kleine Figuren auf jeder Kommode. Bei mir sind es der Flur, die Essecke in der Küche und das Wohnzimmer – wie das aussieht, zeige ich dir weiter unten.

Regel 5: Wiederholung statt Sammelsurium

Zehn gleiche Glaskugeln wirken ruhig und elegant. Zehn verschiedene Figuren wirken wie ein Flohmarktstand. Wenn du ein Element mehrfach wiederholst – dieselben Kugeln, dieselben Kerzen, dasselbe Band –, entsteht automatisch eine Linie.

Regel 6: Alt trifft Neu

Weihnachten ist die perfekte Zeit für Vintage. Alter Christbaumschmuck aus Glas, silberne Kerzenleuchter, eine schwere Leinentischdecke: Solche Stücke findest du auf dem Flohmarkt oft für wenig Geld, und sie bringen genau den Charakter, den neue Deko nicht hat. Kombiniert mit frischem Tannengrün wirkt nichts davon altmodisch. Wie du die schönsten Stücke findest, verrate ich dir in meinem Artikel Vintage Möbel finden wie ein Profi.

Regel 7: Weihnachten einbauen, nicht drüberstülpen

Du musst deine Wohnung im Dezember nicht komplett umräumen. Schöner ist es, wenn sich Weihnachten in deine Einrichtung einfügt: ein paar Zweige auf dem Bücherregal, Kerzen zwischen deinen Lieblingsstücken, Tannengrün über einem Bild oder Spiegel. So sieht dein Zuhause immer noch nach dir aus – nur festlicher.

Bevor du shoppen gehst: Schreib dir einen Einkaufszettel

Weihnachtsdeko kaufe ich wie andere Leute hungrig im Supermarkt: Ich freue mich so auf Weihnachten, dass ich am liebsten alles mitnehmen würde. Wenn es dir auch so geht, schreib dir vorher einen Einkaufszettel. Dann stehst du am Ende nicht mit einem überquellenden Wagen an der Kasse – und mit lauter Dingen, die gegen Regel 1 bis 7 verstoßen.

Im Flur: Eine Tannengirlande im Türrahmen

Der Flur ist der erste Raum, den Gäste sehen. Hier wissen sie sofort, was die Stunde geschlagen hat – und auch ich freue mich jedes Mal, wenn ich durchlaufe.

Für eine Girlande rund um den Türrahmen brauchst du etwa sechs Meter Tannengrün und eine Lichterkette. Wer vom Land kommt, wo man sein Grün einfach von der eigenen Fichte sägt, staunt nicht schlecht, was ein Bündel Reisig in der Stadt kostet. Im Blumengeschäft habe ich mich deshalb für eine künstliche Girlande entschieden – nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil sie leichter ist und weniger Arbeit macht. Ich habe mehrere zusammengebunden und eine Lichterkette darum gewickelt. Billig waren sie nicht, aber ich verwende sie jedes Jahr wieder.

Aufgehängt habe ich die Girlande mit Klebehaken. So musste ich nicht in die Türzarge schrauben, und die Haken verschwinden später im Grün.

Wenn du magst, setzt du noch ein kleines Dach aus Tannenzweigen auf ein Bild oder einen Spiegel, zusammengebunden mit einer braunen Schleife. Mehr braucht der Flur nicht.

In der Essecke: Ein großer Kranz an der Wand

Nach der künstlichen Girlande wollte ich auch einen großen künstlichen Kranz. Fehlanzeige: Die meisten sahen schon aus zehn Metern Entfernung nach Plastik aus (siehe Regel 2). Also habe ich für die Essecke einen großen, dichten echten Kranz gekauft.

Statt ihn mit Kerzen auf den Esstisch zu stellen, hängt er bei mir an der Wand. Gerade im Advent ist das viel praktischer: Wenn Gäste kommen, muss niemand den Kranz wegräumen, damit Platz für Raclette und Fondue ist. An der Wand stört er nicht, und bewundert wird er trotzdem.

Der Kranz hat etwa einen Meter Durchmesser und ist richtig schwer. Zum Aufhängen brauchst du deshalb unbedingt einen Dübel und einen Haken. Geschmückt ist er nur mit goldenen Glöckchen, Bändern und einer Lichterkette von drei Metern, deren Kabel im dichten Grün ganz leicht verschwindet. Schlicht, aber wow.

Eine beleuchtete Girlande im Fensterrahmen ist übrigens genauso platzsparend und stimmungsvoll.

Im Wohnzimmer: Ein Strauß aus Tannenzweigen

Bis der Weihnachtsbaum steht, sorgt im Wohnzimmer ein großer Strauß aus Tannenzweigen für Vorfreude. Dafür reichen zwei Bündel Grün. Ich habe Kiefer und Nordmanntanne genommen und dazwischen weiße Rosen, getrocknete Zweige und ein paar kleine grüne Christbaumkugeln gesteckt.

Die restlichen Zweige kommen auf die Fensterbank, dazu ein kleiner Kranz, ein paar Kerzen oder eine weiße Amaryllis. Fertig ist die Weihnachtsstimmung, lange bevor der Baum ins Haus kommt.

Viel Freude beim Dekorieren – und frohe Weihnachten!

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