Schrank verschönern: Der Beweis, dass man Chrom wirklich streichen kann

Kooperation | Es gibt einen guten Grund, warum es bisher keine Fotos von diesem Schwebetürenschrank auf meinem Blog gab: Er war bis vor kurzem das hässlichste und spießigste Möbelstück in unserer ganzen Wohnung. Ein drei Meter langes Monster aus weißem Glas und hochglänzendem Chrom, das noch aus der Zeit stammt, als ich keinen soooo guten Geschmack hatte.

Dieser Fehlkauf ist mir schon so lange ein Dorn im Auge. Am liebsten würde ich die Schranktüren einfach streichen. Aber wir reden von spiegelglatten Glasfronten. Und angeblich hält keine Farbe der Welt auf Chrom. Das habe ich zumindest geglaubt; schließlich behaupten das zahlreiche Experten in ungezählten Handwerker-Foren. Im Baumarkt bin ich wegen der Frage, womit ich Chrom überstreichen könne, sogar ausgelacht worden. Ich solle mir einfach neue Schrankfronten kaufen. No way!

Mir gefällt der Gedanke, Möbel aufzupolieren und ihnen eine zweite Chance zu geben. Und manchmal klappt´s, manchmal nicht.

Natürlich kenne ich Kreidefarbe schon lange und verfolge einige DIY-Gruppen, die glauben, man könne alles streichen. Über Chrom gab es aber noch keine Erfahrungsberichte, und Glas wurde bisher nur auf kleineren Gegenständen wie Vasen gestrichen, nicht aber großflächig
– probiert hatte so ein Projekt, wie ich es vorhatte, also noch niemand. Also rief ich bei Painting the Past an und fragte, ob deren Möbelfarbe auch auf Glas und Chrom halten würde. Die behaupteten ganz mutig, das ginge. Und zwar ohne Grundierung oder Versiegelung. Pfffftt! Klingt zu schön, um wahr zu sein. Aber was habe ich zu verlieren? Hässliche Schranktüren (wenn sie ruiniert wären, würde ich PtP hinterher einfach eine Rechnung schreiben 😉 )! Also habe ich einfach angefangen mit meinem bislang verrücktesten DIY, das alle anderen für unmöglich gehalten haben.

Die Bilder beweisen es, der Schrank ist wirklich grottenhässlich! Die drei auffälligen Chromstreifen in der Schrankmitte lassen sich nicht entfernen, also will ich aus der Not eine Tugend machen: Kassettentüren, die zu dem „Relief“ harmonieren. Bei diesem Look dürfte die Unterteilung in der Mitte dann nicht mehr stören, sondern würde ein weiteres, schönes Dekor-Element sein. Bevor ich mit dem Streichen beginne, besorge ich darum im Baumarkt Holzleisten, aus denen ich Fake-Kassettentüren basteln kann. Die Anzahl der Leisten richtet sich nach der Anzahl und Größe der Kassetten. In meinem Fall sind es sechs; jeweils drei oberhalb und drei unterhalb der Chromstreifen. Die oberen sind 80×60 Zentimeter groß, die unteren 60×60 Zentimeter große Quadrate.

Ich habe mich für die Farbe „Paper“ von Painting the Past entschieden – ein Crémeton, der dem wuchtigen, sehr kalt wirkenden Schwebetürenschrank mehr Wärme verleihen soll. Was für eine bahnbrechende Verwandlung! Und die Möbelfarbe hält. Die Textur ist matt, aber nicht pudrig – das liegt an der glatten Eggshell-Qualität, die ich für die Fronten gewählt habe. Ich bin so verknallt in meinen „neuen“ Kleiderschrank. Vorher hätte ich ihn am liebsten auf dem Möbelfriedhof gesehen, jetzt hat er einen richtig klassischen und gemütlichen Look. Von wegen nicht streichbare Untergründe! Lass dich von den Fotos inspirieren und trau dich 🙂 Eine Anleitung zum Nachmachen gibt es weiter unten. Viel Spaß!

ANLEITUNG

1 Holzleisten auf Gehrung zusägen und probeweise mit Klebeband an die Schranktüren kleben, bis du die perfekte Höhe gefunden hast. Dann die Höhe mit einem weiteren Streifen Klebeband markieren. Wegen der Schiebetüren meines Kleiderschranks musste ich auf flache Holzleisten zurückgreifen – sonst hätte ich wohl etwas extravagantere Zierleisten gekauft. Das Angebot im Baumarkt ist groß …

2 Den Schrank gründlich reinigen. Die Holzleisten dünn mit Montagekleber bestreichen, auf die Glastüren legen, kurz andrücken. Achtung: Der normale Montagekleber haftet nicht dauerhaft an Glas! Ich habe den Alleskleber Kleben statt bohren von Pattex verwendet. 24 Stunden trocknen lassen.

3 Den Schrank nochmals reinigen, denn du hast bis dahin sicher einige Spuren hinterlassen. Von jetzt an nur noch mit Handschuhen arbeiten, damit die Farbe richtig haften kann (Hautfett). Jetzt darf der erste Anstrich Painting the Past Eggshell drauf. Nach vier Stunden soll der Anstrich überstreichbar sein, die Trocknungszeit verlängert sich aber, weil der Untergrund nicht saugfähig ist. Ich habe nochmal 24 Stunden gewartet (Klamotten für den nächsten Tag vorher rauslegen!) und dann die zweite Schicht aufgetragen. Fertig ist das Schmuckstück!

Schrank verschönern vorher-nachher - Glas und Chrom streichen. Vorher - Nachher

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