(Un-)heimlicher Blick ins Schlafzimmer: Das völlig verbockte Kopfteil-DIY

DIY Kopfteil Bett blauer Samt Schlafzimmer einrichten

Werdet ihr auch so gern in fremden Wohnungen herumgeführt? Also, ich liebe es! Wenn ich zum ersten Mal bei jemandem eingeladen bin, hoffe ich immer auf eine kleine Hometour – am besten mit einem Glas Wein in der Hand und kleinen Anekdoten zur Einrichtung. Das Schlafzimmer wird dabei oft ausgelassen (ich vermute, weil dort eben doch ein Fernseher oder ein Heimtrainer steht, obwohl ja jeder weiß, dass das Einrichtungs-No-Gos sind). In unser Schlafzimmer lasse ich euch aber gern einen Blick werfen. Schließlich hatte ich genügend Zeit, alle Unordnung zu verstecken … Here we go!

Als unser altes Bett endlich auseinandergekracht ist, wollte ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ein Betthaupt aus weichem Samt. Es gibt so viele Kopfteil-DIYs im Netz, dass ich dachte, das könne nicht so schwer sein. Ihr seht jetzt die Fotos und denkt vielleicht: „Sieht doch super aus“. Aber ich will euch keine Märchen erzählen, dieses DIY ist ziemlich in die Hose gegangen. Denn in Wirklichkeit bin ich handwerklich überhaupt nicht begabt. Doch ich brauchte mal wieder eine Arbeit für meine Hände, und dann kommt bei mir manchmal diese grenzenlose Selbstüberschätzung …

Zuerst habe ich in den örtlichen Kleinanzeigen nach einem Bettgestell gesucht. Design egal, weil es eine Husse bekommen sollte. Also habe ich für ein paar Kröten einen mega altmodischen, aber sehr „stabilen“ Bettrahmen mit Lattenrosten gekauft. Meine Einkaufsliste für das Kopfteil sah so aus:
Eine 2×1 Meter große OSB-Platte aus dem Baumarkt.
Schaumstoffplatte in 8 Zentimetern Stärke.
Nachtblauer Samt.
Sprühkleber.
Elektrischer Tacker.
2000 Patronen.

Die Platte habe ich auf exakt 198×98 Zentimeter zuschneiden lassen, so dass der Schaumstoff an jeder Seite einen Zentimeter übersteht und sich beim Bespannen eine schöne Rundung ergibt. Damit der Überstand rundum gleichmäßig wird, habe ich die Schaumstoffplatte mittig auf die OSB-Platte gelegt und vorsichtig erst die eine Seite mit Kleber besprüht und wieder ganz genau platziert, dann die andere Seite. Die Positionierung war so perfekt!

Dann habe ich die Platte zum Bespannen umgedreht, bevor der Kleber ganz getrocknet war. Argghhh! Was für ein fataler Fehler! Die schwere Schaumstoffplatte muss dabei verrutscht sein, ohne dass ich es bemerkt habe. Erst beim Festtackern der dritten Seite stellte ich fest, dass die OSB-Platte über den Schaumstoff steht anstatt umgekehrt! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon 800 Klammern in den Stoff getackert. Was nun? Alle Klammern lösen und den feinen Samt unbrauchbar machen?

Ich brauchte erstmal ein bisschen Abstand von dem **%$§krx#*-Kopfteil. Also machte ich mich an die Husse aus dem restlichen Stoff. Inzwischen war nicht nur der Industrietacker ziemlich heiß geworden, sondern mir auch. Wäre ich mal lieber frische Luft schnappen gegangen! Ich hatte erst die Hälfte geschafft, da klappte der Mittelpfosten von unserem „Schnäppchenbett“ um und alle einzelnen Latten des Rostes fielen heraus.

„Das war der Punkt an dem ich dachte, dass dies von allen bescheuerten DIY-Projekten, die ich bisher versucht habe, mit Abstand das bescheuertste war!“

Warum konnte ich nicht einfach ein fertiges Kopfteil kaufen? Stattdessen hatte ich 200 Euro für Material ausgegeben. Mir lief nicht nur ein kleines Rinnsal den Rücken hinunter, sondern auch eines an der Wange … Einziger Trost des Tages: Wenigstens hatte ich mir einen elektrischen Tacker gegönnt, sonst hätte ich mir bei der Aktion garantiert eine Sehnenscheidenentzündung geholt.

Ich habe mich durchgebissen. Den Mittelpfosten repariert, den Rahmen weiter mit meiner Husse verschönert (wobei die auch ziemlich schlecht geworden ist). Wer sich meine krumme Tackerspur auf der Rückseite anschaut, weiß, wie ich gelitten habe. So sieht die Wahrheit über mein DIY-Projekt aus.

Jetzt sagt ihr hoffentlich, dass der Raum trotzdem ganz gut aussieht. Hat zwei Gründe: Dunkle, matte Stoffe schlucken Licht und somit Fehler. Und ich habe so viel Gold verwendet, wie der kleine Raum verträgt, denn die glänzenden Elemente lenken zusätzlich von meinen Polsterfehlern ab.

Die Moral von der Geschichte? Macht nicht jedes Tutorial aus dem Netz nach! Manchmal ist es nicht so einfach wie es klingt! So, ich muss jetzt los, ein paar Balken und Bretter für Sitzecke auf dem Balkon besorgen. Ist angeblich ganz einfach … Ihr lest von mir, bis dahin habt es schön
XOXO!

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2 Kommentare

  1. Oje, so ein schiefgegangenes DIY-Projekt hatte ich auch schon, aber dein Bett sieht doch wirklich super aus.
    Ich ziehe in einigen Wochen in meine neue Wohnung (…). Bis dahin ist auch noch einiges zu organisieren. Ich möchte einen Großteil meiner Möbel mitnehmen und noch einige neu streichen. Mal sehen ob sich das alles bis zum Umzug ausgeht.
    Alles Liebe,
    Anita

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