Ich muss mal kurz raus | Wochenendtrip in die bayerische Pampa

Wandern. In Bayern. Mit Teenager. Das geht doch gar nicht!, wollen leidgeprüfte Eltern jetzt rufen. Dachte ich auch, habe es aber trotzdem versucht, weil ich einfach mal raus wollte aus der heißen, vertrockneten Stadt und ganz viel saftiges Grün und blaue Weite sehen wollte. Es hat funktioniert, vielleicht, weil mein Sohn einfach der beste Sohn von allen ist (das behauptet ja jede Mutter), oder weil ich Glück hatte.

Glück, weil der Professor, bester Sohn von allen (okay, ich schreibe das jetzt zum letzten mal), ganz von selbst den Wunsch hatte, mit mir eine große Wanderung zu unternehmen. Ist noch nie passiert, seit er laufen kann!! Dicker roter Strich im Kalender! Na, wandern lässt sich einrichten, mitten in der bayerischen Pampa, wohin es vor kurzem meine Mutter verschlagen hat.

Wir sind vom Örtchen Grainbach aus schön mit der Gondel auf den Berg gefahren, damit wir beim Wandern eine gute Aussicht haben – beim Hochsteigen schaut man ja im Prinzip nur gegen den Hang (ist das nicht eine tolle Ausrede für faule Leute?). Das würde ich jederzeit wieder so machen, denn auf diese Weise hatten wir das Gipfelkreuz gleich zu Beginn und waren geflasht von der tollen Aussicht. Blauer Himmel, grüne Wiesen, alles wie erträumt im Herzen der Chiemgauer Alpen 🙂

Die Wanderung war befreiend, so kurz vor dem Schulbeginn nach einer laaaangen Zeit des Homeschoolings. Auf dem steinigen Wanderweg haben wir über alles doofe geredet, dass wir in den letzten Monaten erlebt haben – und es hinter uns gelassen. Von der Hochries bis ins Tal sind es gute zehn Kilometer, zumindest wenn man einmal quer über die Mountainbikestrecke läuft, anstatt über die Seitenalm. Dauert länger, brachte den Professor aber auf die Idee, am nächsten Tag unbedingt ein Bike auszuleihen und die Strecke zu testen.

Ja, da geht´s lang – wenn man einen Umweg durch den Wald machen will und ganz wild auf´s Biken ist.
Aufregend, immer wieder über die Weiden zu laufen und den Rindviechern ohne Zaun so nah zu sein.

Hat diese Kuh nicht einen wundervollen Balkon mit Aussicht?

Zurück im Tal buchen wir direkt ein Mountainbike für den nächsten Tag. Glück gehabt, wir erwischen das letzte. Wenn man noch nie Downhill gefahren ist, ist der Sport übrigens extrem aufregend, besonders für Mütter. Viel mehr als meinen Sohn im Sessellift und das Aufwärmen auf dem Bike-Spielplatz konnte ich von seinem Abenteuer leider nicht miterleben; denn auf die halsbrecherischen Abfahrten der Strecke kann man bei der Bergfahrt mit dem Sessellift nur ab und zu einen Blick durch die Baumwipfel erhaschen. So muss ich mich damit begnügen, dem Professor ein paar Schutzengelchen zu schicken und auf die Zuverlässigkeit des DRK zu hoffen (habe hinterher von unserer Nachbarin gehört, dass am Wochenende jeden Tag ein Krankenwagen zur Bikestrecke am Samerberg fährt). Ist alles joot jejange.

Die schweißnassen Haare und das fette Grinsen im Gesicht sind der Beweis, dass es toll war.

Diesen Anblick finden sogar Teenager wunderschön!

Noch schnell ein Sprung in den Chiemsee, bevor der Alltag uns wieder hat – zischhhhhh! Manchmal reicht ein Kurztrip, um sich zu entspannen 🙂

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